Pinke Schnürsenkel, Dijon und die Münchner Schickeria - der Kir Royal
- all about taste Team
- 15. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Strammer Max, Toast Hawaii, Grüne Witwe, Miami Vice, Schwarzwaldklinik, Puffärmel, Walkmans, Vokuhila, Apfelkorn, Dauerwelle, Tennissocken, pinke Schnürsenkel, Schulterpolster, Jane Fonda Aerobic, ABBA, Falco, Nena – all das und noch viel mehr waren die 80er Jahre.

Die Münchner Schickeria feierte laut Spider Murphy Gang in Schwabinger Bars, trank Champus und Kir Royal. Letzterer gab der Kultserie Kir Royal sogar ihren Namen und symbolisiert das elegante, glamouröse Flair der damaligen Zeit.
Doch die Geschichte des Kir Royal reicht weit über die 80er hinaus: In den 40er, 50er und 60er Jahren war Felix KirBürgermeister von Dijon. Die Côte d’Or rund um Dijon gehört bis heute zu den wichtigsten Anbaugebieten der Schwarzen Johannisbeere, aus der Crème de Cassis hergestellt wird. Während der Amtszeit von Felix Kir wurde bei Empfängen traditionell Blanc-Cassis ausgeschenkt – Weißwein mit einem Schuss Crème de Cassis. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Kir übrigens mit Rotwein gemixt. Als die deutschen Truppen das Burgund besetzten und der Rotwein knapp wurde, griff man auf Weißwein zurück – die Crème de Cassis half, minderwertige Weine geschmacklich auszugleichen.
Der Kir Royal ist die edlere Variante: Hier ersetzt Champagner den Weißwein. In Frankreich gibt es zudem viele Variationen – bei der Bestellung kann man gefragt werden: „Avec crème de cassis, de mûre, de pêche?“ – mit Johannisbeere, Brombeere oder Pfirsich. Heute wird „Kir“ oft als Sammelbegriff für Aperitifs aus Weißwein und Fruchtlikör verwendet.
Rezept Kir / Kir Royal:
1 Teil Crème de Cassis
9 Teile Weißwein (für Kir) oder Champagner (für Kir Royal)
Tipp der Barkeeper: Aufgrund der Süße des Crème de Cassis reicht oft ein kleiner Barlöffel, um dem Drink die perfekte Balance zu verleihen.
Für kreative Varianten: Bei einer Hüttnparty habe ich kürzlich einen „Bier Royal“ serviert – einen Barlöffel Crème de Cassis aufgegossen mit gut gekühltem dunklem Bier, stilvoll im Martiniglas.
Cheers auf ein bisschen 80er-Jahre-Feeling, die Münchner Schickeria – und auf elegante Aperitifs, die Geschichte erzählen!



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