Tag der Italienischen Küche: Ein Fest für alle Sinne
- all about taste Team
- 17. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Jan.
Ich schlendere durch die schmalen Gassen von Bologna. Unter den endlosen Arkaden hallen Schritte auf dem Kopfsteinpflaster, irgendwo klappert Geschirr, eine Vespa verschwindet um die Ecke. Aus einer kleinen Trattoria zieht der Duft von geschmortem Ragù, frisch gekochter Pasta und geriebenem Parmigiano Reggiano in die kühle Morgenluft. Hier, in dieser Stadt, wurden viele der Rezepte geboren, die heute als Herz der italienischen Küche gelten – bodenständig, ehrlich, zeitlos.
Bologna fühlt sich an wie ein lebendiges Kochbuch. Hinter offenen Fenstern wird geschnippelt, gerührt, diskutiert. Essen ist hier kein Trend, sondern Alltag, Tradition, Identität. Jede Gasse erzählt von Generationen, die Rezepte weitergegeben haben – nicht auf Papier, sondern am Küchentisch.
Italien ist das Land der Sonne, des Meeres, der Kunst – und natürlich des Essens. Am 17. Januar feiern wir den Tag der italienischen Küche, ein Fest für alle Liebhaber von Pasta, Pizza, Antipasti und all den kleinen Köstlichkeiten, die Italien weltweit berühmt gemacht haben.

Dieses Jahr ist der Anlass besonders bedeutend: Die italienische Küche wurde offiziell als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt – ein Ritterschlag für eine kulinarische Tradition, die seit Jahrhunderten Menschen verbindet, prägt und begeistert.
Denn die italienische Küche ist weit mehr als eine Sammlung von Rezepten. Sie ist Kultur, Geschichte und Lebensgefühl zugleich. Jede Region erzählt ihre eigene kulinarische Geschichte, geprägt von Landschaft, Klima und saisonalen Zutaten. Klassiker wie Spaghetti alla Carbonara oder Risotto alla Milanese sind heute auf der ganzen Welt bekannt – in Italien jedoch sind sie fest verwurzelt im Alltag, in Familien und in der einfachen Freude am gemeinsamen Essen.
Spaghetti alla Carbonara
Zutaten (für 4 Personen):
400 g Spaghetti
150 g Guanciale oder Pancetta
3 Eier + 1 Eigelb
80 g Pecorino Romano, frisch gerieben
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Salz für das Nudelwasser
Zubereitung:
Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen.
Währenddessen Guanciale in kleine Würfel schneiden und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze knusprig anbraten.
Eier, Eigelb und Pecorino in einer Schüssel verquirlen, großzügig Pfeffer dazugeben.
Spaghetti abgießen, etwas Nudelwasser aufbewahren.
Spaghetti sofort mit dem heißen Guanciale in eine große Schüssel geben, Eier-Käse-Mischung darüber gießen und schnell verrühren – die Hitze der Nudeln stockt die Eier und bildet eine cremige Sauce. Bei Bedarf etwas Nudelwasser hinzufügen, bis die Konsistenz perfekt ist.
Sofort servieren, mit zusätzlichem Pecorino und Pfeffer bestreuen.
Tipp: Nie die Eier direkt in die heiße Pfanne geben – sonst wird es Rührei statt cremiger Sauce.

Risotto alla Milanese
Zutaten (für 4 Personen):
300 g Risotto-Reis (z. B. Arborio oder Carnaroli)
1 kleine Zwiebel
50 g Butter
800 ml heiße Hühner- oder Gemüsebrühe
100 ml trockener Weißwein
0,1 g Safranfäden (ca. 1/2 TL)
50 g frisch geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Zwiebel fein würfeln und in 30 g Butter bei mittlerer Hitze glasig dünsten.
Reis hinzufügen und 1–2 Minuten anschwitzen, bis er leicht glasig wird.
Mit Weißwein ablöschen und rühren, bis der Wein fast verdampft ist.
Nach und nach heiße Brühe angießen, immer nur so viel, dass der Reis gerade bedeckt ist, dabei regelmäßig rühren.
Nach der Hälfte der Garzeit Safran in etwas heißer Brühe auflösen und zum Risotto geben.
Wenn der Reis gar, aber noch bissfest ist (ca. 18–20 Minuten), Rest der Butter und Parmesan unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Sofort servieren – cremig, aromatisch, leuchtend gelb.

Apicius-inspiriertes Mittelalter-Rezept (das älteste bekannte italienische Kochbuch)
Das älteste bekannte italienische Kochbuch ist „De Coquinaria“ von Apicius aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Es enthält Rezepte für Fleisch, Fisch, Kräuter und Gewürze. Wir adaptieren ein einfaches Honig-Hühnchen mit Kräutern, wie es damals gekocht wurde:
Zutaten (für 4 Personen):
4 Hähnchenbrustfilets oder kleine Hähnchenteile
2 EL Honig
2 EL Olivenöl
1 TL getrockneter Thymian oder frischer Thymian
1 TL getrockneter Salbei
1 Prise Pfeffer
Optional: etwas Zitronensaft
Zubereitung:
Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Hähnchenfilets mit Olivenöl einreiben. Honig, Thymian, Salbei und Pfeffer mischen und auf die Filets geben.
Optional etwas Zitronensaft darüberträufeln.
Hähnchen in eine Auflaufform legen und ca. 25–30 Minuten backen, bis es durchgegart und leicht karamellisiert ist.
Mit frischen Kräutern oder einem kleinen Salat servieren.
Tipp: Dieses Rezept zeigt, wie einfach und gleichzeitig aromatisch die Küche der Römer war – Gewürze und Honig gaben Geschmack, Butter und Sahne waren selten, dafür stand frisches Fleisch und Kräuter im Mittelpunkt.



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