Der Wannsee und der Stramme Max
- all about taste Team
- 9. Juli
- 4 Min. Lesezeit
PACK DIE BADEHOSE EIN
Wenn man in der Schule sitzt, über seinen Büchern schwitzt
Und es lacht der Sonnenschein, dann möcht man draußen sein
Ist die Schule endlich aus, geh'n die Kinder froh nach Haus
Und der kleine Klaus ruft dem Hänschen hinterher:
Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein
Und dann nischt wie raus nach Wannsee
Ja, wir radeln wie der Wind durch den Grunewald geschwind
Und dann sind wir bald am Wannsee
Hei, wir tummeln uns im Wasser wie die Fischlein, das ist fein
Und nur deine kleine Schwestern, nee, die traut sich nicht hinein
Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein
Denn um Acht müssen wir zuhause sein
"Woll'n wir heut ins Kino geh'n und uns mal Tom Mix anseh'n?"
Fragte mich der kleine Fritz, ich sprach "Du machst 'n Witz!
Schau dir mal den Himmel an, blau soweit man sehen kann.
Ich fahre an den Wannsee und pfeife auf Tom Mix."
Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein
Und dann nischt wie raus nach Wannsee
Ja, wir radeln wie der WInd durch den Grunewald geschwind
Und dann sind wir bald am Wannsee
Hei, wir tummeln uns im Wasser wie die Fischlein, das ist fein
Und nur deine kleine Schwester, ach, die traut sich nicht hinein
Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein
Denn um Acht müssen wir zuhause sein
Hei, wir tummeln uns im Wasser wie die Fischlein, das ist fein
Und nur deine kleine Schwester, ach, die traut sich nicht hinein
Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein
Denn um Acht müssen wir zuhause sein
Dieses Lied von Conny Froboess und den Schöneberger Sängerknaben von 1951 ist zwar mittlerweile ziemlich Old School, bringt bei mir aber immer noch das Gefühl von Sommerfrische, von Sommerfreien und Strandbädern, langen Nachmittagen auf der Luftmatratze im See, mit Pommes mit Mayo und Ketchup, bunten Schwimmreifen, Wasserbomben und Zitronenlimonade.
Für viele Berliner war und ist das ultimative Strandbad der im Lied so heiß ersehnte Wannsee, das Naherholungsgebiet schlechthin, auch oft die Badewanne der Berliner genannt. Und tatsächlich gehört es zu den größten Freibädern an einem europäischen Binnengewässer und wird als städtisches Freibad von den Berliner Bäder Betrieben verwaltet.
Seine Geschichte begann pünktlich zum Sommerbeginn im Mai 1907, als der Landrat von Teltow das bis dahin verbotene, aber doch im Stillen bereits praktizierte Baden im Großen Wannsee erlaubte. Und so zog man fortan mit Kind und Kegel in den Sommermonaten an den Wannsee. Die Badebekleidung war kurz nach der Jahrhundertwende natürlich noch strengstens nach Polizeiverordnung vorgegeben. Zu dieser Zeit gab es das getrennt voneinander liegende und jeweils 65 m lange Herren- und Damenbad, sowie das 350 m lange Familienbad.
Einige Male wurde das Strandbad umgebaut, Umkleidebauten errichtet, Restaurants und Cafés hinzu gebaut und 1930 als modernes Weltstadtbad wiedereröffnet. In diesem Jahr sprengte es alle Besucherrekorde mit 1,3 Millionen Besuchern.
Da das Strandbad vom 2. Weltkrieg einigermaßen verschont geblieben ist, konnte der Betrieb gleich nach dem Krieg ab 1. Juni 1947 fortgesetzt werden. In dieser Zeit kam es durch die eingeschränkten finanziellen Mittel der Berliner Bäder Betriebe zur stetigen Sanierung zu einem fortschreitenden baulichen Verfall des schönen Bades. Weniger Besucher nutzen aufgrund von Urlauben im Ausland das Bad während des Sommers sowie der Teilung der Stadt und der hierdurch resultierenden Probleme der Infrastruktur sowie der öffentlichen Verkehrsmittel.
Eine begonnene Sanierung, die in den 80er Jahren wieder eingestellt wurde, startete im Jahr 2005 neu. Zum 100. Geburtstag des Bades im Mai 2007 wurde das Strandbad weitgehend wiederhergestellt wiedereröffnet und ist mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt.
Der 1.275 Meter lange und 80 Meter breite Sandstrand bietet rund 50.000 Gästen Platz.
Aber nicht nur Conny Froboess besuchte in ihrem Lied „Pack die Badehose ein“ den Wannsee, auch die Ärzte sitzen am Wannsee während sie sich nach der einen Insel, nämlich Sylt sehen. Auch unzählige Filme und Bücher erzählen von dem legendären und noch immer bestbesuchten Strandbad Berlins, alten Zeiten und der Berliner Sommerlaune.
Ein passendes Rezept hierzu ist vielleicht der Stramme Max, ein urberlinerisches Gericht, wie es sicherlich im Hauptrestaurant Lido, des Strandbads Wannsee zu finden war.
1. Klassischer Strammer Max
Zutaten (für 2 Portionen):
4 Scheiben Bauern- oder Vollkornbrot
4 Scheiben gekochter Schinken
4 Eier
Butter oder Öl zum Braten
Salz, Pfeffer
optional: etwas Schnittlauch oder Petersilie zum Garnieren
Zubereitung:
Brot nach Belieben toasten oder in der Pfanne leicht anrösten.
Schinken auf die Brotscheiben legen.
In einer Pfanne Butter oder Öl erhitzen und die Eier entweder Spiegelei oder Rührei braten.
Eier auf den Schinken legen, mit Salz und Pfeffer würzen.
Nach Belieben mit frisch gehacktem Schnittlauch oder Petersilie garnieren.
Tipp: Klassisch wird der Stramme Max warm serviert, gern mit einem kleinen Salat oder sauren Gurken als Beilage.

2. Gourmet Strammer Max “Trüffel & Avocado”
Zutaten (für 2 Portionen):
4 Scheiben Sauerteig- oder Rustikalbrot
100 g Serrano- oder Parma-Schinken
2 Eier (alternativ 4 kleine Eier)
½ reife Avocado
50 g Ziegenfrischkäse oder Burrata
1 TL Trüffelöl (optional)
Rucola oder Babyspinat
Salz, Pfeffer, Chiliflocken
Frische Kräuter (z. B. Schnittlauch oder Kresse)
Zubereitung:
Brot leicht anrösten, bis es knusprig ist.
Avocado halbieren, entkernen, Fruchtfleisch auf dem Brot zerdrücken. Mit Salz, Pfeffer und etwas Chiliflocken würzen.
Ziegenkäse oder Burrata großzügig auf die Avocadobasis legen.
Schinken kunstvoll darüber drapieren.
Eier als Spiegelei braten (ideal mit weichem, noch leicht flüssigem Dotter) und auf den Schinken legen.
Rucola oder Babyspinat darüber geben.
Alles mit Trüffelöl beträufeln und nach Belieben mit frischen Kräutern garnieren.
Extra-Tipp: Wer mag, kann noch karamellisierte Zwiebeln oder ein paar geröstete Pinienkerne darüberstreuen – macht den Strammen Max zu einem echten Fine-Dining-Erlebnis.



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