French Toast: Warm, golden, voller Erinnerungen
- all about taste Team
- 9. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Es sind diese stillen Januarmorgen, an denen die Welt ein bisschen langsamer wirkt. Draußen liegt noch Kälte in der Luft, drinnen klappert leise Geschirr, Kaffee duftet durch die Küche. Genau hier gehört French Toast hin. Ein Gericht, das nicht beeilen will. Das Zeit braucht – und sie sich auch nimmt.
French Toast ist Komfort pur. Goldbraun gebacken, außen leicht knusprig, innen weich und fast cremig. Ein Hauch von Süße, ein bisschen Butter, vielleicht Zimt in der Luft. Jeder Bissen fühlt sich vertraut an, fast wie eine Erinnerung, die man nicht ganz greifen kann. Vielleicht an Sonntage aus der Kindheit. Vielleicht an Reisen. Oder einfach an dieses Gefühl, dass gerade alles gut ist.
French Toast ist kein spektakuläres Gericht. Und genau das macht ihn so besonders. Er drängt sich nicht auf, er lädt ein. Zum Sitzenbleiben. Zum Nachschenken. Zum zweiten Teller.
Geschichte
French Toast ist eines dieser Gerichte, die zeigen, wie aus Einfachheit echte Küche entsteht. Seine Wurzeln reichen weit zurück – bis in die Antike. Schon die Römer tränkten altes Brot in Milch und Ei, um es anschließend zu braten. Nicht aus Genuss, sondern aus Notwendigkeit. Essen wurde nicht verschwendet, sondern weitergedacht.
In Frankreich bekam das Gericht später seinen poetischen Namen: Pain perdu – verlorenes Brot. Ein Ausdruck, der mehr sagt als jede Zutatenliste. Brot, das eigentlich schon abgeschrieben war, bekam eine zweite Chance. Mit Ei, Milch und Hitze wurde es zu etwas Neuem. Weich, aromatisch, sättigend.
Als das Rezept im 19. Jahrhundert seinen Weg nach Amerika fand, wurde aus der Resteküche langsam ein Brunch-Star. Dicker geschnitten, süßer serviert, oft mit Ahornsirup, Beeren oder Puderzucker. French Toast wurde zum Inbegriff von Wochenendgenuss – und ist es bis heute geblieben.

Vielleicht liegt seine Magie genau darin: French Toast ist bescheiden und luxuriös zugleich. Ein Gericht, das aus wenig alles macht.
Klassisches Rezept – French Toast
(für 2 Personen, gemütlicher Brunch)
Zutaten:
4 dicke Scheiben Brioche oder Weißbrot vom Vortag
2 frische Eier
150 ml Vollmilch
1 EL Zucker
1 Prise Zimt
1 Prise Salz
Butter zum Ausbacken
Zubereitung:
Zuerst die Eier in einer flachen Schale aufschlagen und mit der Milch verquirlen. Zucker, Zimt und eine kleine Prise Salz hinzufügen – das Salz hebt die Süße und sorgt für Tiefe im Geschmack. Die Mischung sollte homogen sein, aber nicht schaumig.
Die Brotscheiben nacheinander in die Eiermilch legen. Wichtig: nicht ertränken. French Toast liebt Balance. Das Brot soll sich vollsaugen, aber seine Struktur behalten. Besonders Brioche nimmt die Flüssigkeit schnell auf – ein kurzer Moment pro Seite reicht.
In einer großen Pfanne Butter bei mittlerer Hitze schmelzen lassen. Die Brotscheiben vorsichtig hineinlegen und langsam ausbacken. Nicht hetzen. French Toast braucht Zeit, um goldbraun zu werden und innen weich zu bleiben. Nach etwa zwei bis drei Minuten wenden, bis beide Seiten eine gleichmäßige, karamellisierte Farbe haben.
Auf vorgewärmten Tellern servieren – am besten sofort, solange die Butter noch glänzt und der Toast duftet.
Kreative Variante – French Toast Deluxe
Für alle, die es etwas raffinierter mögen, lässt sich der Klassiker wunderbar weiterdenken.
Zusätzliche Zutaten:
Abrieb einer Bio-Orange
100 g Ricotta
Eine Handvoll Nüsse (Haselnüsse oder Pekannüsse)
1 EL Honig
Optional: frische Beeren
Zubereitung & Servieren:
Die Nüsse grob hacken und in einer kleinen Pfanne ohne Fett rösten, bis sie duften. Mit einem Löffel Honig glasieren und beiseitestellen.
Den Ricotta mit etwas Orangenabrieb cremig rühren. Wer mag, süßt ihn leicht mit Honig oder Puderzucker.
Den frisch gebackenen French Toast auf Tellern anrichten, Ricotta darauf verteilen, die karamellisierten Nüsse darüberstreuen und mit zusätzlichem Orangenabrieb verfeinern. Zum Schluss ein wenig Honig darüberträufeln.
Das Ergebnis: vertraut und neu zugleich. Süß, cremig, nussig – mit genau der richtigen Frische.



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