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Food, Drinks and Lifestyle

Toast Hawaii - Rustikal, exotisch und unverschämt bunt

  • Autorenbild: all about taste Team
    all about taste Team
  • 12. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Es ist ein Wohnzimmer der 1950er-Jahre. Der Nierentisch glänzt im warmen Licht der Stehlampe, Gardinen filtern den Abend, das Radio spielt Schlager, die von fernen Orten und besseren Zeiten erzählen. In der Küche öffnet sich der Backofen, es zischt leise, und der Duft von geschmolzenem Käse mischt sich mit einer süßlichen Note, die damals noch ungewohnt ist. Draußen ist die Welt grau vom Wiederaufbau, geprägt von Mangel, Disziplin und Routine. Doch auf dem Teller passiert etwas Magisches: goldgelbe Ananas, warmer Toast, saftiger Schinken. Farben, Aromen, Kontraste. Ein kleiner Ausbruch aus dem Alltag – direkt aus der Küche.


In den 1950er-Jahren kam Hawaii nach Deutschland. Zumindest kulinarisch. Toast Hawaii wurde zum Sinnbild eines neuen Lebensgefühls. Die Menschen wollten nach vorne schauen, wollten Leichtigkeit, Modernität und ein bisschen Fernweh schmecken. Die Küche wurde zum Experimentierraum einer Gesellschaft im Wandel: elektrisch betriebene Küchengeräte hielten Einzug, Konserven versprachen Freiheit und Zeitgewinn, internationale Einflüsse galten als modern und weltoffen.


Eine Scheibe Toast, gekochter Schinken, eine Ananasscheibe aus der Dose, darüber Käse – und plötzlich war die Welt größer. Diese Kombination war nicht nur neu, sie war mutig. Süß traf auf herzhaft, tropische Frucht auf deutsche Hausmannskost. Für viele war es das erste Mal, dass Essen nach Urlaub schmeckte, ohne das Haus zu verlassen. Wer Toast Hawaii aß, schmeckte nicht nur ein Gericht, sondern ein Versprechen: Sonne statt Trümmer, Leichtigkeit statt Verzicht, Zukunft statt Vergangenheit.


Toast Hawaii wurde schnell zum festen Bestandteil der jungen Bundesrepublik. Er erschien auf Partybuffets, bei Familienfeiern und beim Sonntagsessen, serviert mit Stolz, oft auf gutem Geschirr. Er war modern, praktisch und demokratisch – ein Gericht für alle, die sich nach einem neuen Lebensgefühl sehnten. Heute mag man über ihn schmunzeln, doch kulinarisch erzählt er eine wichtige Geschichte: von Aufbruch, Internationalisierung und der Sehnsucht nach einer besseren, bunteren Welt.



Herkunft & Geschichte


Der Toast Hawaii entstand in den 1950ern, inspiriert von der amerikanischen Küche und dem wachsenden Einfluss internationaler Lebensmittel. Die Kombination aus süßer Ananas und herzhaftem Schinken galt als modern, beinahe futuristisch. Sie passte perfekt zu einer Zeit, in der Konservendosen, neue Küchengeräte und internationale Einflüsse Einzug in deutsche Haushalte hielten.


Schnell wurde Toast Hawaii zum Star auf Partys, Familienfesten und Sonntagsessen. Ein Gericht, das modern war, ohne kompliziert zu sein. Praktisch, zeitgemäß – und ein kleines Stück Fernweh auf dem Teller. Bis heute steht Toast Hawaii für genau dieses Gefühl: Nostalgie, Neugier und den Mut, einfach mal etwas Neues auszuprobieren.


Rezept (für 4 Portionen)

  • 4 Scheiben Toast

  • 4 Scheiben Kochschinken

  • 4 Ananasscheiben

  • 100 g geriebener Gouda oder Emmentaler

  • Butter für den Toast


Zubereitung

  1. Toast leicht buttern.

  2. Schinken und Ananas darauf legen, mit Käse bestreuen.

  3. Unter dem Grill 5–7 Minuten backen, bis der Käse goldbraun ist.

  4. Heiß servieren, optional mit einer Cocktailkirsche dekorieren.

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