Wohlfühlküche von der Großmutter – Rezepte, die wärmen, trösten und mit einem Schlag in die Kindheit versetzen
- all about taste Team
- 2. Jan.
- 6 Min. Lesezeit
Nach den Feiertagen sehnen wir uns nach Leichtigkeit, aber nicht nach Verzicht. Der Januar ist die perfekte Zeit für Soulfood, das wärmt, satt macht und gleichzeitig Kraft für das neue Jahr gibt. Dabei stehen saisonale Zutaten, Wintergemüse und kreative Kombinationen im Vordergrund – gesund, nahrhaft und mit einem Hauch Genuss.
Winterliche Minestrone wie bei italienischen Nonna
Eine echte Minestrone ist kein fixes Rezept – sie ist eine Haltung. In Italien bedeutet Minestrone: Was die Saison hergibt, kommt in den Topf. Im Winter sind das vor allem Wurzelgemüse, Hülsenfrüchte und ein guter Soffritto. Keine Eile, kein Schnickschnack – dafür Tiefe, Wärme und dieser Geschmack, der nach Zuhause schmeckt.
Diese Version ist eine klassische winterliche Minestrone, wie sie viele Nonne im Norden Italiens kochen würden: kräftig, sättigend, perfekt zum Aufwärmen – und am nächsten Tag sogar noch besser.

Zutaten (für 4–6 Portionen)
Für den Soffritto (die Seele der Suppe)
1 große Zwiebel
1 Karotte
1 Stück Selleriestange oder etwas Knollensellerie
2 EL gutes Olivenöl extra vergine
Für die Minestrone
1 weitere Karotte
1 Pastinake
½ kleine Sellerieknolle
1–2 Kartoffeln (mehlig, optional aber sehr traditionell)
2 Knoblauchzehen
1 Dose weiße Bohnen (alternativ: selbstgekochte Borlotti- oder Cannellinibohnen)
1 Liter Gemüsebrühe (am besten hausgemacht)
1 kleines Stück Parmesanrinde (optional, aber sehr italienisch)
1 Lorbeerblatt
Salz & frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zum Servieren
Frische Petersilie, fein gehackt
Olivenöl extra vergine
Frisch geriebener Parmesan oder Grana Padano
Zubereitung – Schritt für Schritt wie bei Nonna
1. Der Soffritto – nimm dir Zeit
Zwiebel, Karotte und Sellerie sehr fein würfeln.Olivenöl in einem großen, schweren Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Das Gemüse hineingeben und langsamanschwitzen – nicht bräunen.
👉 Dieser Schritt dauert gut 8–10 Minuten. Genau hier entsteht der Grundgeschmack der Minestrone.
2. Wintergemüse vorbereiten
Karotten, Pastinake, Sellerieknolle und Kartoffeln schälen und in gleichmäßige, kleine Würfel schneiden.Knoblauch leicht andrücken.
Das vorbereitete Gemüse zum Soffritto geben und alles 3–4 Minuten sanft mitdünsten.
3. Aufgießen & köcheln lassen
Mit der heißen Gemüsebrühe aufgießen.Lorbeerblatt und – wenn vorhanden – die Parmesanrinde hinzufügen.
Einmal aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren und die Suppe mindestens 25–30 Minuten sanft köcheln lassen.Nicht sprudelnd, sondern leise blubbernd – so wie Nonna es mag.
4. Bohnen – der sättigende Klassiker
Weiße Bohnen abspülen und abtropfen lassen.Zur Suppe geben und weitere 10 Minuten mitziehen lassen.
Jetzt mit Salz und Pfeffer abschmecken. Lorbeerblatt und Parmesanrinde entfernen.
5. Der letzte Schliff
Kurz vor dem Servieren die fein gehackte Petersilie unterrühren.Die Minestrone sollte dicklich sein – eher Eintopf als Suppe. Wenn sie zu dick wird, einfach etwas Brühe oder Wasser ergänzen.
Servieren wie in Italien
Die Minestrone wird heiß serviert, mit:
einem guten Schuss Olivenöl extra vergine
frisch geriebenem Parmesan
knusprigem Weißbrot oder Ciabatta
In vielen italienischen Haushalten kommt die Minestrone ohne Pasta oder Reis auf den Tisch – pur, ehrlich, gemüsig.
Nonna-Tipps für echte Minestrone
Am nächsten Tag ist sie besser. Geschmack braucht Zeit.
Variationen sind erlaubt: Grünkohl, Wirsing oder Lauch passen perfekt.
Für mehr Tiefe kann ein Stück Speck oder Pancetta im Soffritto ausgelassen werden (optional).
Vegan bleibt sie, wenn man die Parmesanrinde weglässt – der Geschmack ist trotzdem großartig.
Cremiger Grünkohl-Eintopf nach Großmutters Art von der Nordsee
Wenn draußen der Wind pfeift, der Himmel grau ist und die Luft nach Meer schmeckt, kommt an der Nordsee etwas Verlässliches auf den Tisch: Grünkohl.Nicht fein, nicht modern – sondern ehrlich, cremig und sättigend. Ein Gericht, das wärmt, Kraft gibt und nach Kindheit schmeckt.
Dieser Eintopf ist genau so, wie viele norddeutsche Großmütter ihn kochen: langsam geschmort, mit Kartoffeln gebunden und mit einem Hauch Sahne abgerundet. Kein Trendgericht – sondern Winterküche mit Seele.

Zutaten (für 4 Portionen)
Für den Eintopf
1 kg frischer Grünkohl (alternativ: tiefgekühlt, grob gehackt)
800 g mehligkochende Kartoffeln
2 Möhren
1 große Zwiebel
1–2 EL Schweineschmalz oder Butter
750 ml Gemüsebrühe (oder Fleischbrühe)
1 Lorbeerblatt
Salz & frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
Zum Verfeinern
100 ml Sahne(alternativ: Hafer- oder Kokosmilch für eine mildere, pflanzliche Variante)
Optional – klassisch norddeutsch
1 geräucherte Kochwurst oder Pinkel
Senf zum Servieren
Zubereitung – Schritt für Schritt wie bei Oma
1. Grünkohl vorbereiten
Frischen Grünkohl gründlich waschen, harte Stiele entfernen und grob hacken.In einem großen Topf mit kochendem Salzwasser 2–3 Minuten blanchieren, dann abgießen und kalt abschrecken.
Dieser Schritt nimmt die Bitterkeit und sorgt für eine schöne grüne Farbe.
2. Das Grundaroma aufbauen
Zwiebel fein würfeln, Möhren in kleine Scheiben schneiden.Schmalz oder Butter in einem großen, schweren Topf erhitzen und die Zwiebel glasig dünsten.Möhren hinzufügen und kurz mitschwitzen.
Jetzt kommt der blanchierte Grünkohl dazu – gut unterheben und ein paar Minuten mitdünsten.
3. Kartoffeln – die natürliche Bindung
Kartoffeln schälen und in grobe Würfel schneiden.Zum Grünkohl geben, alles mit der Brühe aufgießen und das Lorbeerblatt hinzufügen.
Einmal aufkochen, dann die Hitze reduzieren und den Eintopf 30–40 Minuten sanft schmoren lassen.
Wichtig: Nicht rühren wie wild. Der Eintopf soll langsam zusammenfinden.
4. Cremig, wie es sein soll
Sobald die Kartoffeln sehr weich sind, mit einem Kartoffelstampfer einen Teil der Kartoffeln direkt im Topf zerdrücken.So wird der Eintopf ganz natürlich cremig – genau so, wie Oma es gemacht hat.
Jetzt die Sahne unterrühren und mit:
Salz
Pfeffer
frisch geriebener Muskatnuss
abschmecken.
5. Optional: Wurst mitziehen lassen
Wer es klassisch mag, legt jetzt die Kochwurst oder Pinkel in den Eintopf und lässt sie 10–15 Minuten sanft mitziehen – nicht kochen.
Servieren wie an der Nordsee
Der Grünkohl-Eintopf wird richtig heiß serviert, am besten mit:
Senf
frischem Schwarzbrot oder Bauernbrot
und einem kleinen Klecks Butter obendrauf
Am nächsten Tag schmeckt er sogar noch besser – Grünkohl liebt Zeit.
Großmutters Tipps
Erster Frost ist kein Mythos: Grünkohl schmeckt nach Kälte milder und süßer.
Nicht sparen beim Fett: Ein bisschen Schmalz oder Butter gehört dazu – das ist Nordsee, kein Spa-Hotel.
Vegetarisch & vegan: Auch ohne Wurst ist der Eintopf ein echtes Kraftgericht.
Creamy Chicken Pot Pie von der Grandmum aus Kentucky
In amerikanischen Küchen ist der Chicken Pot Pie kein schnelles Abendessen. Er ist ein Ritual. Wenn draußen Schnee liegt oder der Wind kalt durchs Land zieht, kommt dieses Gericht auf den Tisch: cremig, sättigend, vertraut. Jede Familie hat ihre eigene Version – aber alle haben eins gemeinsam: Zeit und Butter.
Zutaten (4–6 Portionen)
Für die Füllung
2 große Hähnchenschenkel (oder 400 g Hähnchenbrust)
1 Zwiebel
2 Möhren
2 Stangen Staudensellerie
50 g Butter
3 EL Mehl
400 ml Hühnerbrühe
150 ml Sahne
Salz, schwarzer Pfeffer
1 Prise Muskat
frische Petersilie
Außerdem
1 Rolle Blätterteig
1 Eigelb (optional, für Glanz)
Zubereitung – Schritt für Schritt wie bei Grandma
Hähnchen langsam garen Hähnchen in leicht gesalzenem Wasser sanft köcheln lassen, bis es weich ist. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und das Fleisch grob zerpflücken.
Die Basis aufbauen Butter in einem großen Topf schmelzen. Zwiebel fein würfeln und glasig dünsten. Möhren und Sellerie klein schneiden, hinzufügen und einige Minuten mitschwitzen.
Cremigkeit erzeugen Mehl einrühren und kurz anschwitzen. Brühe langsam zugießen, dabei ständig rühren, bis eine dicke, glatte Sauce entsteht. Sahne unterrühren.
Füllung vollenden Hähnchenfleisch, Petersilie und Gewürze unterheben. Die Masse soll cremig, aber nicht flüssig sein.
Backen Füllung in eine Auflaufform geben, mit Blätterteig bedecken, Ränder andrücken. Bei 190 °C (Ober-/Unterhitze)ca. 30–35 Minuten backen, bis der Teig goldbraun ist.
Grandma’s Secret
Ein paar Erbsen oder Mais sind erlaubt – aber nie Pflicht
Der Pot Pie schmeckt am nächsten Tag noch besser
Dazu: ein grüner Salat, sonst nichts
Kässpatzen von der Oma aus dem Allgäu

Im Allgäu wird nicht diskutiert, wie Kässpatzen gemacht werden – sie werden gemacht. Ohne Schnörkel, ohne Eile, mit kräftigem Käse und goldbraunen Zwiebeln. Ein Gericht, das satt macht und glücklich.
Zutaten (4 Portionen)
400 g Weizenmehl
4 Eier
ca. 150 ml Wasser
1 TL Salz
250 g Allgäuer Bergkäse, grob gerieben
150 g würziger Schnittkäse (z. B. Appenzeller)
2 große Zwiebeln
60 g Butter
Zubereitung – Wie Oma sie kennt
Spätzleteig schlagenMehl, Eier, Salz und Wasser zu einem zähflüssigen Teig schlagen, bis er Blasen wirft – das ist wichtig!
Spätzle kochenTeig ins kochende Salzwasser schaben. Sobald sie oben schwimmen, abschöpfen.
Zwiebeln röstenZwiebeln in feine Ringe schneiden und in Butter langsam goldbraun rösten. Geduld – sie dürfen nicht verbrennen.
Schichten & schmelzenSpätzle und Käse abwechselnd schichten, sanft erwärmen, bis der Käse schmilzt.
ServierenRöstzwiebeln darüber geben, sofort servieren.
Oma-Regeln
Kein Sahneersatz – der Käse reicht
Pfeffer ja, Muskat vielleicht
Dazu: grüner Salat oder Apfelmus
Bœuf Bourguignon von der französischen Mamie
In Frankreich ist dieses Gericht keine Eile-Sache. Es köchelt, während das Leben passiert. Eine französische Oma würde sagen: „Lass es einfach in Ruhe.“
Zutaten (4–6 Portionen)
800 g Rinderschulter
2 Zwiebeln
2 Möhren
2 Knoblauchzehen
2 EL Butter
2 EL Tomatenmark
500 ml trockener Rotwein
250 ml Rinderbrühe
2 Lorbeerblätter
2 Zweige Thymian
Salz & Pfeffer
Zubereitung – Geduld als wichtigste Zutat
Fleisch anbratenFleisch würfeln und portionsweise in Butter kräftig anbraten.
Gemüse hinzufügenZwiebeln, Möhren und Knoblauch dazugeben, leicht bräunen.
Ablöschen & schmorenTomatenmark einrühren, mit Rotwein ablöschen. Brühe und Kräuter zugeben.
Langsam garenZugedeckt bei kleiner Hitze 2,5–3 Stunden schmoren.
Abschmecken & ruhen lassenSalzen, pfeffern – und wenn möglich erst am nächsten Tag servieren.
Oma-Tipp
Kein Schnellkochtopf
Kein Rühren alle fünf Minuten
Gute Zutaten, gute Zeit


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